Flächensparende Entwicklung
Wie sieht eine flächensparende Entwicklung aus? Die wichtigsten Argumente für einen sparsamen Umgang mit der Fläche finden Sie hier.
Weniger neue Siedlungs- und Verkehrsfläche
Flächensparen heißt, weniger Flächen für Siedlungen und Verkehr neu zu beanspruchen und notwendige oder wünschenswerte Siedlungsentwicklung möglichst auf bereits in Anspruch genommenen Flächen umzusetzen.
Konkret kann dies durch flächensparende Maßnahmen wie etwa höhere bauliche Dichten beim Neubau geschehen sowie durch eine verstärkte "Innenentwicklung". Dazu gehören zum Beispiel Umbau und Sanierung von Wohnungs- und Gewerbeleerstand, Wiedernutzung von Brachflächen, Aufstockung bestehender Gebäude oder Nachverdichtung auf Baulücken statt Neubau auf der "grünen Wiese".
Beispiele
Weniger und kompakte Siedlungs- und Verkehrsflächen bedeuten in vielerlei Hinsicht mehr Umwelt- und Lebensqualität und helfen dabei, Kosten zu sparen.
Geringere Kosten für öffentliche Infrastruktur
Infrastrukturen wie Straßen und Kanalnetze, Kindergärten oder Gesundheitseinrichtungen sind besser ausgelastet, wenn mehr Menschen in unmittelbarer Nähe wohnen. Außerdem sinken Ressourcenverbrauch und Unterhaltungsaufwand im Verhältnis bei mehr Nutzerinnen und Nutzern.
Mehr Umwelt- und Lebensqualität
Menschen profitieren von kurzen Wegen zu belebten Ortskernen oder Innenstädten mit attraktiven Versorgungseinrichtungen. Sie verbringen weniger Zeit im Stau und sparen Kosten fürs Pendeln. Weniger klimaschädliche Emissionen und weniger Lärm sind gut für Mensch und Umwelt. Umgekehrt bleiben bei einer flächensparenden Siedlungspolitik mehr Flächen für die Tier- und Pflanzenwelt, für die Naherholung und für die Nahrungsmittelproduktion erhalten.
Auch Immobilien behalten eher ihren Wert, wenn sie mangels Überangebot dauerhaft genutzt und regelmäßig an veränderte Bedarfe angepasst werden (müssen). Auf diese Weise können sie eine Altersvorsorge für ihre Eigentümerinnen und Eigentümer darstellen.
Schließlich ist Bodenschutz auch Klimaschutz. Weniger Versiegelung hilft, Hochwasserereignisse und Hitzeperioden in ihren Auswirkungen abzumildern. Unbefestigter Boden bildet Grundwasser neu und speichert Kohlenstoff.
Gesetzliche Grundlagen und Steuerung des Flächensparens
Die flächenpolitische Strategie muss vor allem in den Kommunen umgesetzt werden. Das erforderliche Instrumentarium liefert das Baugesetzbuch (BauGB). Der Vorrang der Innen- vor der Außenentwicklung – und damit der Gedanke einer nachhaltigen Stadtentwicklung – ist darin verankert (§ 1 Abs. 5) ebenso wie Bedeutung des Bodens als hohes Gut und somit das Ziel des Flächensparens (§1a Abs. 2 so genannte Bodenschutzklausel).
Leitvorstellungen und Vorgaben für eine ausgewogene Siedlungs- und Freiraumstruktur ergeben sich außerdem aus dem Raumordnungsgesetz des Bundes und den Landesplanungsgesetzen bzw. den Landesentwicklungs- und Regionalplänen der Bundesländer.